Vereinsausflug 2013 nach Aachen
Sonntag, 18. August 2013 um 07:57 Uhr

Vereinsausflug der Freiwilligen Feuerwehr Langquaid

Eine 20-jährige Freundschaft zwischen Neu-Lohn und der „Ledernen Acht“ als Anlass für den Vereinsausflug zum Braunkohletagebau Inden (bei Aachen).

Reisegruppe der Freiwilligen Feuerwehr Langquaid

Am Freitagmorgen, 6.00Uhr, begann die Reise in Richtung Aachen. Über die Autobahn Regensburg, Nürnberg, Würzburg, Frankfurt in Richtung Köln fuhr die Reisegruppe der Feuerwehr Langquaid nach Jülich in das Hotel „Am Hexenturm“. Dieses Hotel sollte für die kommenden zwei Nächte die Heimat der Reisegruppe sein. Nach einem kurzen Aufenthalt, die Freizeit wurde für Kaffee und Kuchen oder für einen Rundgang am Stadtplatz genutzt, ging es weiter in die Ortschaft Neu-Lohn. Hier warteten unsere Freunde bereits und bereiteten der Reisegruppe einen herzlichen Empfang. Der Abend wurde im Sinne „alter“ Freundschaft und gemeinsamer Aktivitäten gemeinsam verbracht.

Am Samstag waren die Themen wie Rundgang im Tagebau, Besichtigung einer Geisterstadt und der Besuch einer kraftwerkseigenen Werksfeuerwehr auf dem Plan. Mit dem Omnibus ging die Fahrt zum Kraftwerk Weisweiler. Im Vereinsausflug AachenBesucherzentrum erfuhr die Gruppe anhand einer kurzen Einweisung die wirtschaftlichen Ziele der RWE (Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk). Es wurden die Punkte Tagebau, landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Rekultivierung sowie das Thema Erneuerbare Energien angesprochen. Im Anschluss stieg man auf ein geländegängiges Transportmittel um und es begann die Fahrt in den 200m tiefgelegenen Tagebau mit Besichtigung der hierfür speziell gebauten Schaufelradbagger. Um sich die Größe der Bagger vorzustellen zu können, hier einige Abmessungen: In jede einzelne Schaufel des Baggers passt ein VW-Käfer. Der Ausleger des Baggers besitzt eine Länge von ca. 100m Bagger beim Kohleabbau Der Referent erklärte den Vorgang des Braunkohleabbaus über die Schritte: Verlegen von Zufahrtsstraßen und Autobahnen, das Umleiten von Flüssen, das anschließende Umsiedeln ganzer Ortschaften, der Abbau der Erdschichten bis zum Erreichen der Kohleflöze, der Vorgang des eigentlichen Kohleabbaus und die anschließende landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Rekultivierung der Landschaften. Als Beispiel wurde hierzu der Blausteinsee genannt.

Ein künstlich angelegter See, ein Produkt der abgebauten Kohle. Der See umfasst eine Größe von ca. einem Quadratkilometer und wird heute zum Teil als Badestrand und zum Teil als Naturschutzgebiet genutzt. Vorausschauend wurde der neu geplante See, der „Indener See“, genannt. Dieser See wird größer als der Tegernsee und soll bis zum Vereinsausflug AachenJahr 2035 fertig gestellt sein. Ein gigantisches Werk das vor Augen stellt, welche Masse an Kohle in den nächsten Jahren abgebaut werden soll. Nach Verlassen des Tagebaus ging es weiter zum neu angelegten Flussbett des Flusses Inde sowie bereits rekultivierten Land- und Forstwirtschaften.  Die Fahrt führte weiter zu einer Geisterstadt, eine Ortschaft, bei der der Umsiedlungsprozess nahezu abgeschlossen ist und kurz vor dem Abriss steht. Als letzter Punkt an diesem Tag, stand der Besuch der Werksfeuerwehr vom Kraftwerk Frimmersdorf / Neurath auf dem Programm.

Am Sonntagmorgen stand der Besuch der „Gedächtniskapelle Lohn“ auf dem Programm.

Hierzu ein kurzer Rückblick zur Geschichte von Neu-Lohn und die Entstehung der Kapelle: Die Bewohner des Ortes Lohn mussten auf Grund des Braunkohleabbaus ihre Häuser verlassen und wurden in die neue Heimat Neu-Lohn umgesiedelt. Die Umsiedlung dauerte etwa von 1962 bis in die 80iger Jahre. Nachdem der Umsiedlungs-Prozess abgeschlossen war, musste die „alte“ Ortschaft dem Braunkohleabbau weichen und wurde abgerissen, die Kirche wurde gesprengt. Aus Erzählungen heraus war diese Umsiedlung mit viel Leid und Schicksalsschlägen begleitet. Um ein kleines Andenken an die „alte“ Ortschaft zu erhalten, beschlossen die Neu-Lohner eine Kapelle an der Stelle der abgerissenen Kirche zu errichten. Vereinsausflug AachenZu diesem Zweck wurde ein Förderverein gegründet, der anhand von Spendengeldern und viel Eigenleistung die Kapelle erbaute. Die Kapelle, ein Ort der Stille und des Nachdenkens, ist heute ein gern besuchter Platz von Radfahrern, Wanderern und auch der einheimischen Bevölkerung. Es finden regelmäßig Rosenkränze statt und es werden auch Trauungen abgehalten. Bevor das Gruppenfoto mit der Kapelle als Hintergrund gemacht wurde, stifteten die Vertreter der „Ledernen Acht“ eine Kerze als Zeichen der Verbundenheit. Am Ende darf sich die Feuerwehr Langquaid bei ihren Freunden aus Neu-Lohn für das schöne und informative Wochenende bedanken und freut sich schon heute auf die nächste Begegnung.  

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